Grüner Mond

2016
Mundgeblasener Glasballon, Handgravuren (Fülle/Leere) auf anthrazitfarbigem Sockel 30 x 30 x 120 cm stehend

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Auflage: 1/3

Im Gegensatz zur überwiegenden Mehrheit der vormodernen europäischen Malerei lässt sich bei einem Großteil der chinesischen Malerei viel mehr leerer Raum bzw. eine interessante Spannung von Fülle und Leere feststellen. Der leere Raum ist dabei häufig ein bewusster Teil der Komposition. Die Spannung von Fülle und Leere ist besonders in chinesischen Bildern von Pflanzen (Bambus, Zweigen oder Blüten) aber auch in Landschaftsgemälden auffällig. Bei langen chinesischen Landschaftsbildern, insbesondere den horizontal zu entfaltenden Handrollen, beginnt an der rechten Seite oftmals einer Darstellung von massiven Bergen, um dann am linken Ende in eine leere Weite über dem Wasser auszuklingen. Dies ergibt eine Spannung zwischen Fülle/Substanz (shi) und Leere (xu) bzw. zwischen Sein (you) und Nichts (wu).

Das Objekt »Grüner Mond« ist von dieser Haltung inspiriert und verweist auch durch seinen Titel auf die Ästhetik von Fülle und Leere. Dieses Glasobjekt ist zum Gebrauch gedacht. Die Wechselwirkung von Fülle und Leere soll durch das Befüllen des Objektes mit Wasser, einer Blume, einem Ast oder einer Knospe und der darauf folgenden Leere visuell verstärkt werden.

 

Neunerhaus Auktion, MAK Museum für angewandte Kunst Wien (A)