Lichte Leere

 

Im Kunstkontext werden wir manchmal mit eigenartig stillen, lichtdurchfluteten (Museums)Räumen konfrontiert, die uns vielleicht erinnern lassen, wie die vielen »Möglichkeiten« in unserem alltäglichen Leben ablenken und wegführen von einer langsamen und achtsamen Wahrnehmung.

»Viele haben Angst, ihren Geist leer zu machen. Sie fürchten in die Leere zu fallen, und wissen nicht, daß Ihr eigener Geist die Leere ist.«
Huang-Po, Der Geist des Zen, John Blofeld (Hrsg.) Bern u. a.: Scherz, 1987, S. 61

Die Konfrontation mit der Leere kann zu einer konzeptionellen Erweiterung der menschlichen Erkenntnis führen, denn in letzter Konsequenz sprengt die Leere als Erkenntnis jeglichen menschlichen Denkrahmen und führt uns gerade darüber zu uns selbst. Der Leere, hier der entleerte (Bild)Raum, kann als ein Ort der Entfaltung und Freiheit gedeutet werden, als ein Raum des Lichts und der Fülle. Ein Raum LICHTER LEERE.

 

Oktober 2014, Ausstellungsraum Herminengasse1 Wien