perlîn – muote

Ein Hemd aus Oblaten

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Die Materialbezeichnung perlîn—muoter unterstreicht die Materialbedeutung. Sie schöpft aus dem Mythos von der himmlischen Zeugung der Perle (Christus) in der Muschel (Maria), dem weißen an eine Hostie oder an ein wächsernes Agnus Dei erinnerndes Erscheinungsbild, sowie der Lichtempfindlichkeit des Perlmutts.

Während ca. einer Stunde wird mittels meines Speichels Oblate an Oblate geklebt. So entsteht über diesen Zeitraum ein Hemd um die weibliche Person, die regungslos, fast puppenhaft in hautfarbener Unterwäsche verharrt. Kein Schluck Wasser mindert die immer stärker werdende Trockenheit in meinem Mund. Die Menschen, die bei dieser Arbeit als stille Beobachter stehend anwesend sind, werden die Anstrengung bald nachempfinden. Der Durst und die Anstrengung übertragen sich – Raum bildend.

Nachdem der Speichelfluss versiegt ist, wird die Aktion beendet. Das Oblatenhemd wird knackend am Rücken geöffnet und vorsichtig abgenommen. Ich versuche es der Schneiderpuppe überzustülpen

 

2004/2008